
Die neuen CO2-Kosten 2026: Wer zahlt was?
- Damian Neducic

- vor 4 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Willkommen zu diesem ausführlichen Blog-Beitrag über die neuen CO₂-Kosten in Deutschland ab 2026. In einer Zeit, in der der Klimawandel immer drängender wird, spielen Maßnahmen wie der CO₂-Preis eine zentrale Rolle. Er soll den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren, indem fossile Brennstoffe teurer werden und der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen attraktiver. Aber wer trägt eigentlich die Kosten? Welche Änderungen gibt es ab 2026, und wie wirken sich diese auf Haushalte, Unternehmen und den Alltag aus? In diesem Post werfen wir einen detaillierten Blick darauf, basierend auf aktuellen Entwicklungen und gesetzlichen Regelungen. Wir beleuchten die Hintergründe, die Betroffenen, konkrete Beispiele und Tipps, wie Sie sich schützen können.
Was ist der CO2-Preis und warum gibt es ihn?
Der CO₂-Preis ist ein wirtschaftliches Instrument, das Deutschland 2019 im Rahmen des Klimapakets eingeführt hat, um die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. Er betrifft vor allem die Sektoren Wärme (Heizen) und Verkehr, die bisher nicht im europäischen Emissionshandel (EU-ETS) erfasst waren. Im nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) müssen Unternehmen, die fossile Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel in den Verkehr bringen, Emissionszertifikate kaufen. Diese Kosten werden an die Endverbraucher weitergegeben, was zu höheren Preisen führt.
Das Ziel: Fossile Energien werden teurer, was Anreize schafft, auf Erneuerbare Energien umzusteigen – etwa Wärmepumpen, Elektroautos oder Gebäudesanierungen. Die Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), der Förderungen für nachhaltige Technologien und soziale Entlastungen finanziert. Wer bereits auf klimafreundliche Systeme umgestellt hat, zahlt keinen CO₂-Preis mehr.
Historisch gesehen ist der Preis schrittweise gestiegen:
- 2021: 25 € pro Tonne CO₂
- 2022–2023: 30 €
- 2024: 45 €
- 2025: 55 €
Ab 2026 ändert sich das: Der Preis bewegt sich in einem Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne, abhängig von der Marktentwicklung. Ab 2027 wird das nationale System in den EU-weiten Brennstoffemissionshandel (ETS II) integriert, wo der Preis frei am Markt gebildet wird – was langfristig zu noch höheren Kosten führen könnte.

Die Änderungen ab 2026: Höhere Preise, aber auch Entlastungen
2026 markiert einen Übergang: Der feste Preis wird zu einem flexiblen Korridor (55–65 €/t), um stärkere Anreize für den Klimaschutz zu setzen. Die Deutsche Emissionshandelstelle (DEHSt) schätzt, dass dies zu moderaten Preissteigerungen führt:
- Benzin: Bis zu +2,8 Cent pro Liter
- Diesel/Heizöl: Bis zu +3,2 Cent pro Liter
- Erdgas: Bis zu +0,22 Cent pro kWh
Trotz dieser Steigerungen gibt es umfassende Entlastungsmaßnahmen, um Verbraucher zu schützen. Die Bundesregierung plant jährlich rund 10 Milliarden Euro an Entlastungen bei Energiekosten (zusätzlich zu bestehenden Maßnahmen wie der Übernahme der EEG-Umlage). Wichtige Punkte:
- Absenkung der Gasspeicherumlage: Direkte Reduzierung der Gasrechnungen.
- Senkung der Stromsteuer für Unternehmen: Entlastet über 600.000 Firmen (insbesondere Mittelstand und energieintensive Branchen) um ca. 3 Milliarden Euro pro Jahr – was indirekt zu günstigeren Preisen für Konsumgüter führt.
- Anhebung der Pendlerpauschale: Ab dem ersten Kilometer auf 38 Cent; Entlastung für Steuerzahler um 1,1 Milliarden Euro 2026 (steigend auf 1,9 Milliarden ab 2027). Die Mobilitätsprämie für Geringverdiener wird unbefristet.
- Stabilisierung der Strompreise: Durch Ausbau erneuerbarer Energien (aktuell 54 % Anteil) bleiben Stromkosten stabil oder sinken leicht.
Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch bedeutet das eine Nettosparnis von ca. 160 Euro pro Jahr, trotz höherem CO₂-Preis. Besonders profitieren private Haushalte, Geringverdiener und Mieter in effizienten Gebäuden.
Wer zahlt was? Die Betroffenen im Detail
Der CO₂-Preis wird nicht direkt von Verbrauchern gezahlt, sondern von den Unternehmen (z. B. Mineralölkonzerne oder Gasversorgern), die die Zertifikate erwerben. Diese reichen die Kosten jedoch weiter – an Haushalte und Firmen. Hier eine Aufschlüsselung:

1. Haushalte und Heizen
Heizen mit Gas oder Öl wird teurer, da diese Brennstoffe hohe CO₂-Emissionen verursachen. Die Kosten hängen vom Verbrauch und dem Emissionsfaktor ab (Gas: 201 g CO₂/kWh; Öl: 266 g CO₂/kWh).
- Mieter und Vermieter: Seit 2023 gibt es eine faire Aufteilung: Der Anteil hängt vom CO₂-Ausstoß pro Quadratmeter Wohnfläche ab. Bei unsanierten Gebäuden (über 52 kg CO₂/m²/Jahr) übernimmt der Vermieter bis zu 95 %, der Mieter nur 5 %. Bei gut sanierten Häusern (unter 12 kg) trägt der Mieter 100 %. Dies soll Vermieter zu Sanierungen motivieren.
Beispiele (bei 20.000 kWh Verbrauch):
- Gas: Bis zu 311 € Mehrkosten pro Jahr (bei 65 €/t).
- Öl: Bis zu 412 € Mehrkosten pro Jahr.
In effizienten Häusern sinken die Kosten: Bei 6.500 kWh Gas nur 85–101 €.
- Eigentümer: Tragen die vollen Kosten, profitieren aber von Förderungen für Sanierungen.
2. Verkehr und Autofahrer
Beim Tanken schlägt der Preis zu Buche. Ab 2026:
- Benzin: +15,7 bis 18,6 Cent pro Liter (im Vergleich zu ohne Abgabe).
- Diesel: +17,3 bis 20,5 Cent pro Liter.
Das bedeutet für einen Pendler mit 20.000 km/Jahr (Verbrauch 7 l/100 km) Mehrkosten von ca. 40–50 € pro Jahr. Ab 2028 könnte der EU-Marktpreis die Kosten weiter treiben.
3. Unternehmen und Branchen
Energieintensive Firmen (z. B. in Chemie oder Stahl) zahlen höhere Preise für Gas und Strom, werden aber durch Steuersenkungen entlastet. Kleine Unternehmen profitieren indirekt von günstigeren Warenpreisen. Der Fokus liegt auf Transformation: Viele erhalten Förderungen für den Umstieg auf Grünen Wasserstoff oder Elektrifizierung.
Auswirkungen auf den Alltag: Chancen und Herausforderungen
Die Steigerung belastet vor allem Haushalte mit hohen Verbräuchen in unsanierten Gebäuden oder mit viel Autofahren. Gleichzeitig fördert sie Innovationen: Der Ausbau erneuerbarer Energien schafft Jobs und senkt langfristig Energiekosten. Soziale Härten werden durch Wohngeld (das den CO₂-Preis berücksichtigt) und die Pendlerpauschale abgefedert.
Tipps: So minimieren Sie Ihre CO₂-Kosten
1. Verbrauch prüfen: Nutzen Sie Online-Rechner der Verbraucherzentrale oder des Bundeswirtschaftsministeriums, um Ihren Anteil zu berechnen.
2. Sanieren: Förderungen für Dämmung oder Heizungstausch (z. B. Wärmepumpe) decken bis zu 40 % der Kosten.
3. Umsteigen: Auf Elektroauto oder öffentliche Verkehrsmittel – sparen Sie den CO₂-Preis komplett.
4. Abrechnungen kontrollieren: Mieter: Fordern Sie transparente Ausweisung der CO₂-Kosten; bei Fehlern können Sie 3 % kürzen.
5. Sparen im Alltag: Niedrigere Heiztemperaturen oder LED-Beleuchtung reduzieren den Verbrauch.
Fazit: Ein Schritt zum nachhaltigen Deutschland
Die neuen CO₂-Kosten 2026 sind ein notwendiger, aber fairer Beitrag zum Klimaschutz. Während Unternehmen und Verbraucher höhere Preise spüren, sorgen Entlastungen dafür, dass die Belastung erträglich bleibt – besonders für Vulnerable Gruppen. Langfristig profitieren wir alle von sauberer Luft, niedrigeren Energiekosten und einer grünen Wirtschaft. Bleiben Sie informiert und nutzen Sie die Chancen zum Umstieg! Haben Sie Erfahrungen oder Fragen? Teilen Sie sie in den Kommentaren.
Quellen: Basierend auf offiziellen Angaben des Bundesumweltministeriums, ADAC und Verbraucherzentrale.



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